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Obwohl die Globalisierung kein neues Phänomenon ist, steht sie oft im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, da

  • der Wettbewerb in den immer stärker globalisierten Märkten weltweit laufend zunimmt,
  • die Zölle immer mehr abgebaut werden und
  • die Möglichkeiten für die Mittelumschichtung immer internationaler werden.

Statistisch sind die einzelnen Aspekte der Globalisierung nicht leicht zu erfassen, da ihr transnationale oder multinationale Tätigkeiten zugrunde liegen und die Erstellung von Statistiken in der Regel durch die nationalen Grenzen eingeengt ist oder sich auf die Aggregation nationaler Daten (beispielsweise im Europäischen Statistischen System oder in der OECD) beschränken muss.

Die Globalisierung der Weltwirtschaft schafft deshalb einen neuen Bedarf an Statistiken und ändert gleichzeitig die Bedingungen für die Erstellung von Unternehmensstatistiken. In dieser Hinsicht sind die Aktivitäten multinationaler Konzerne, das Outsourcing von Tätigkeiten, die ausländischen Direktinvestitionen oder andere Formen ausländisches Engagements Schlüsselelemente.

Obwohl einige vorhandene Statistiken bereits zur Untersuchung der verschiedenen Aspekte der Globalisierung verwendet werden können, führt Eurostat gegenwärtig ein Programm zur Modernisierung der europäischen Unternehmens- und Handelsstatistik (MEETS) durch, um dafür zu sorgen, dass in den amtlichen Statistiken alle diese Phänomene, die in der sich verändernden Volkwirtschaft der EU zu beobachten sind, erfasst werden können. Zu den im Rahmen dieses Programms vorgesehen Maßnahmen gehören unter anderem

  • eine Überprüfung der Prioritäten;
  • die Entwicklung wichtiger Merkmale und Indikatoren für solche Bereiche wie die Globalisierung;
  • die Arbeit an harmonisierten Begriffsbestimmungen;
  • Pilotprojekte zur Erprobung der Anwendbarkeit der neuen Indikatoren und
  • die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Entwicklung harmonisierter Statistiken über die Globalisierung.

Darüber hinaus wurde ein neues Entwicklungsprojekt zum internationale Beschaffung in Angriff genommen, das den politisch Verantwortlichen relevante statistische Daten über die Gründe, das Ausmaß und die Folgen der internationalen Beschaffung (Offshoring, Nearshoring, Delokalisierung, Relokalisierung, Outsourcing oder Insourcing) liefern soll.

Eine Unternehmensregisterverordnung trat im Frühjahr 2008 in Kraft. Sie schreibt vor, dass im Rahmen des Europäischen Statistischen Systems (und ausschließlich für statistische Zwecke) Unternehmensgruppen zu erfassen und Daten über multinationale Unternehmensgruppe (mUG) und die sie bildenden Einheiten auszutauschen sind. Der Datenaustausch setzt die Schaffung eines gemeinschaftlichen Registers, des so genannten EuroGroups-Registers (EGR), voraus.

Daten

Die bestehenden statistischen Bereiche innerhalb der strukturellen Unternehmensstatistik (SUS), die zur Analyse der Globalisierung verwendet werden könnten, umfassen Folgendes:

  • Die Statistiken über die Struktur und die Tätigkeit von Unternehmenseinheiten ausländischer Unternehmen, die die Auswirkung der Präsenz von Unternehmen unter ausländischer Kontrolle auf die europäische Wirtschaft aufzeigen.
  • Die Statistiken über die unternehmensbezogenen Dienstleistungen mit Daten über den Standort der Kunden, die Aufschluss über den relativen Umfang der Ausfuhr unternehmensbezogener Dienstleistungen an in anderen Mitgliedstaaten oder außerhalb der EU ansässige Unternehmen geben.
  • Ein Entwicklungsprogramm zum Thema Nachfrage nach Dienstleistungen, das Daten über die grenzüberschreitende Inanspruchnahme und Erbringung von Dienstleistungen liefert.

Die Informationen aus der Zahlungsbilanzstatistik können nicht nur für die SUS, sondern auch zur Analyse verschiedener wirtschaftlicher Transaktionen zwischen gebietsansässigen und gebietsfremden Unternehmen eines Landes oder einer Region verwendet werden.

Anhand der Daten über den internationalen Handel mit Dienstleistungen, der in der Leistungsbilanz erfasst wird, und der Daten über die ausländischen Direktinvestitionen, die in der Kapitalbilanz ausgewiesen werden, lässt sich die externe Wirtschaftsleistung der einzelnen Wirtschaftszweige messen. Die Auslandsunternehmenseinheiten inländischer Unternehmen geben Aufschluss darüber, wie präsent Unternehmen über ihre Tochtergesellschaften an ausländischen Märkten sind.

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